Weekend Magazin Oberösterreich

W eekend: Sie haben im Vorjahr in vierter Generati- on die Führung von Enthol- zer übernommen. Gleichzei- tig wurde das 100. Be- standsjahr gefeiert. Wie werden Sie dieses traditi- onsreiche Unternehmen ausrichten und zukunftsfit machen? Julia Speiser: Unser Motto ist „Wir ehren das Alte und be- grüßen das Neue.“ Wir setzen auf qualitatives Wachstum anstatt auf reines Umsatz- wachstum und arbeiten inten- siv daran, die Verbindung aus Tradition und Innovation zu schaffen. Daher freuen wir uns, dass die Digitalisierung auch bei uns immer mehr vo- ranschreitet. weekend: Welche Investitio- nen werden in den nächsten fünf Jahren getätigt? Julia Speiser: Wir investieren dieses Jahr in neue Produkti- onsmaschinen, um den Out- put zu erhöhen und die hohe Nachfrage noch besser bedie- nen zu können. Unser Haupt- augenmerk legen wir darauf, unsere Produktionsmann- schaft qualitativ aufzubauen und zu verstärken. Der Fens- terbau ist nach wie vor ein Handwerk und nicht mit ei- ner vollautomatisierten Pro- duktion zu vergleichen. weekend: An welchen Innova- tionen arbeitet Ihr Betrieb? Julia Speiser: Wir arbeiten permanent an technischen Verbesserungen und konzent- rieren uns außerdem auf das Design der Fenster, da die Fensteroptik maßgebend für das Erscheinungsbild eines Hauses ist und einen immer höheren Stellenwert be- kommt. Daher haben wir auch dieses Jahr unsere Designlinie wieder um neue flächenbün- dige und großflächige Lösun- gen erweitert. weekend: Die Baunebenbran- chen werden zumeist von Männern dominiert. Wie schwer hat man es als Frau? Julia Speiser: Natürlich muss man als Fraumit genug Selbst- bewusstsein und Willensstär- ke ausgestattet sein, um in un- serer Branche überzeugen zu können. Nachdem ich in die Fußstapfenmeiner Mutter ge- treten bin, war für mich eine Frau in der Baunebenbranche keine Exotin sondern immer schon Bereicherung in einer Männerdomäne. weekend: In welchen Ausprägungen spüren Sie die Pan- demie, wie tauchen Sie mit Ihrem Betrieb durch diese schwieri- gen Zeiten? Julia Speiser: Die notwendige Ma- terialverfügbarkeit ist nicht wie gewohnt gegeben, die Preise steigen aufgrund der Rohstoffknappheit rasant und natürlich bleiben auch wir nicht vor Personalaus- fällen verschont. Zusam- men mit der deutlich er- höhten Nachfrage, ist es ak- tuell herausfordernder ge- worden, die notwendige Flexibilität, die in unserer Branche verlangt wird, dar- stellen zu können. V OÖ INSIDE Erfolgsmix JULIA SPEISER. Die Welserin hat im Vorjahr in vierter Generation die Führung von Entholzer Fenster und Türen übernommen und will den Betrieb mit einem Mix aus Innovation und Tradition fit für die nächsten 100 Jahre machen. Von Gerhard Gall „Wir setzen auf qualitatives Wachstum anstatt reines Umsatzwachstum“ Julia Speiser, Entholzer Fenster und Türen FOTOS: BEIGESTELLT 4 | WEEKEND MAGAZIN

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