Blickpunkt Wels

W eekend: Wie sieht Ihre persönliche Bilanz nach etwas mehr als fünf Jahren als Bür- germeister aus? Andreas Rabl: Ich kann sowohl persönlich, als auch im Hin- blick auf die umgesetzten Pro- jekte eine sehr positive Bilanz ziehen – von der Sanierung des Budgets und der Magist- ratsreform über die Sanierung der Innenstadt bis hin zum massiven Ausbau der Kinder- betreuung und der Ansied- lung der Polizeischule. Für mich persönlich waren diese fünf Jahre sehr herausfor- dernd, weil aufgrund der Abend- und Wochenendter- mine wenig Zeit für Privates geblieben ist. Man schöpft aber jeden Tag neue Energie aus dieser Tätigkeit, wenn man Dinge zum Positiven ver- ändern kann. weekend: Wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit in der Stadtregierung, auchmit den anderen Fraktionen? Andreas Rabl: Als sehr konst- ruktiv und wertschätzend. Al- len ist bewusst, dass es in ers- ter Linie um Wels geht, dabei haben persönliche Animositä- ten keinen Platz. Für mich gilt die Devise, denMenschen zu- zuhören, zu verstehen und zu handeln. Wichtig ist dabei, klare Ziele zu formulieren und eine Strategie auszuarbeiten. Dabei wurden auch die ande- ren Fraktionen regelmäßig eingebunden, um eine breite Basis sicherzustellen. weekend: Auf welche Projekte sind Sie stolz und was sind Ihre Ziele, sollten Sie im Amt bestätigt werden? Andreas Rabl: Wenn Projekte viel Kraft kosten, ist man be- sonders stolz, wenn sie gelin- gen. Wichtig war der Abbau des Schuldenbergs von fast 70 Millionen auf nunmehr knapp 15 Millionen Euro. Gleichzei- tig haben wir bis 2019 hohe Überschüsse erwirtschaftet und konnten es uns daher leis- ten, zu investieren und damit die Wirtschaft zu fördern und Arbeitsplätze abzusichern. Für die Stadt waren die Renovie- rung des Stadttheaters Greif mit demNeubau des Amtsge- bäudes, aber auch der Auto- bahnanschluss Wimpassing und die Neugestaltung des Kaiser-Josef-Platzes von we- sentlicher Bedeutung. Wir ha- ben es auch geschafft, im Inte- grationsbereich Fortschritte zu erzielen, etwa durch die Ein- führung der Sprachförderung und des Wertekatalogs in den Kindergärten. Wichtig ist die Bewältigung der Sprachdefizi- te bei den Kindern und Ju- gendlichen, sonst geht eine ganze Generation verloren. weekend: Wie steht Wels nach etwas über einem Jahr Coro- na-Zeit wirtschaftlich wie ge- sellschaftlich da? Andeas Rabl: Wir haben in den Jahren vor Corona nach dem Motto „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“ ge- wirtschaftet. Insgesamt ist es uns bisher gut gelungen, durch die Krise zu kommen. Auch die Leerstände in der In- nenstadt haben sich nur ge- ringfügig erhöht. weekend: Welche Dinge wer- den sich Ihrer Meinung nach auch nach der Corona-Zeit halten? Andreas Rabl: Neben den ge- sundheitlichen Folgen waren soziale Kälte und Vereinsa- mung spürbar. Bleiben wird ein Trend zu Homeoffice und Videokonferenzen. Am längs- ten begleiten werden uns die Steuererhöhungen oder Ein- sparungen, die notwendig sein werden, um die aufgebauten Schulden zurückzubezahlen. Wesentlich dafür ist, dass es keine weiteren Lockdowns gibt und wir möglichst rasch wieder zur alten Normalität zurückkehren. V „Der Großteil der Schüler ist aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse nicht in der Lage, dem Unterricht zu folgen. Hier brauchen wir Unterstützung.“ Andreas Rabl, Bürgermeister von Wels WELS INSIDE FOTOS: STADT WELS Zwischenbilanz ANDREAS RABL. Der Bürgermeister von Wels spricht über seine bisherige Amtszeit, die Zusammenarbeit in der Stadtregierung, gelungene Projekte und darüber, wie die Stadt die Corona-Krise gemeistert hat und weiterhin meistern wird. Von Philipp Eitzinger ZUR PERSON Andreas Rabl (48) ist seit 2015 als erster Vertreter der FPÖ Bürgermeister der Stadt Wels. Der in Wels geborene und auf- gewachsene Jurist ist verheira- tet und Vater dreier Kinder. EXTRA: Blickpunkt Wels & Wels-Land

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