Weekend Magazin Tirol

N och nie war es so einfach, schnell und problemlos an eine große Fülle von Wissen, Informatio- nen und Nachrichten zu kom- men. Nicht nur, dass wir über Telefon, Chats und E-Mails rasch mit unserem Umfeld in Kontakt treten können, mit dem Internet steht uns auch ein schier unbegrenztes Medi- um an Wissen zur Verfügung, das uns dank Smartphone auch unterwegs und mittler- weile fast in jedemWinkel der Welt zur Verfügung steht. Die Krönung sind schließlich Nachrichten in Echtzeit, die uns über Social Media Ac- counts wie Instagram, Twitter und Co. erreichen. Dass diese niederschwellige Informati- onsbeschaffung enorme Vor- teile mit sich bringt, ist klar – gerade die Corona-Krise macht zum Beispiel deutlich, wie wichtig es ist, so rasch wie möglich über neueste Fälle und Cluster informiert zu werden, um entsprechend da- rauf reagieren zu können. Fake News & Co. Diese Fül- le an Nachrichten, Wissen und Informationen birgt aber nicht nur Vorteile. Denn je mehr ungefilterte Infos auf uns einprasseln, desto schwe- rer tun wir uns zwangsläufig, diese zu verarbeiten, zu kate- gorisieren und zu bewerten. Zudembesteht die Gefahr von massiven Falschmeldungen und Fake News, da zum einen Infos sowie Bild- und Video- material problemlos verfälscht werden können, zum anderen absolut jeder Informationen und Berichte ins Netz stellen kann – ob der Urheber nun einfach nur ahnungslos ist, bewusst Falschmeldungen streut oder, im schlimmsten Fall, Verschwörungstheorien in Umlauf bringen möchte. FOTOS: ANDREAS GAUGUSCH, ISTOCK.COM/HIPOKRAT, UNIVERSITÄTS- UND LANDESBIBLIOTHEK TIROL, PRIVAT Besser informiert NEWS. In unserer neuen Serie nehmen wir uns des oft verwendeten Seufzers „Früher war alles besser!“ an und gehen ihm anhand verschie- denster Themen auf den Grund. Den Auftakt macht „Nachrichtenvermittlung“. Von M. Fritz L exika und Fachzeitschriften, Bi- bliotheken und Tageszeitungen, Litfaßsäulen und Gemeinde-/Kir- chenaushänge, später dann auch Radio- und TV- Nachrichten, wobei letztere nur einmal am Tag über den Schwarz-Weiß-Bildschirm des Röhrenfernsehers flimmerten – wer kann sich noch an die Zeit erin- nern, in der dies die Medien und Horte der Nachrichten- und Wis- sensvermittlung waren? Das mehr- bändige Nachschlagewerk „Brock- haus Enzyklopädie“, dessen erster sechsteiliger Bandzyklus 1796 bis 1808 erschienen ist, galt z. B. lan- ge Zeit als Inbegriff des Wissens – am 30. Juni 2014 aber, nach 21 Auflagen, wurde die gedruckte En- zyklopädie eingestellt. Online gibt es den Brockhaus übrigens noch heute. Eine weitere Quelle des Wis- sens waren seit jeher Bibiliotheken. Die Uni- und Landesbibliothek Tirol in Innsbruck ist die größte wissen- schaftliche Bibliothek Westöster- reichs und umfasst heute 3,5 Mio. Bücher, knapp 25.000 lizenzierte E-Journals und E-Zeitungen und über 40.000 E-Books. Gegründet wurde die Uni-Bibliothek Innsbruck am 22. Mai 1745 druch einen Er- lass von Maria Theresia, allerdings schon damals als eine „Bibliotheca publica“, womit sie nicht nur Uni- versitätszugehörigen zugänglich war. Das Gebäude der Unibibliothek Innsbruck wurde 1912 bis 1914 errichtet, aber erst nach dem Krieg 1924 ihrer Bestimmung über- geben. Das Foto ent- stand Anfang der 1940er-Jahre. Wissensvermittlung „Damals“ FRÜHER WAR ALLES BESSER ?

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